Kölner Dom

Minecraft

Name: Cologne Cathedral

Erschaffer: DivineMedicus

Download: https://www.planetminecraft.com/project/cologne-cathedral-3639102/

Publikationsdatum: 19.03.2016 (Update: 30.05.2016)

Dimensionen: 252.5m Höhe

ZitatThe Gothic cathedral dominates the skyline of Cologne and is one of Germany’s most famous landmarks. It is also one of the most beautiful examples of Gothic and Neo-Gothic architecture in the world.

Realität

Name: Kölner Dom

Architekt: Meister Gerhard

Standort: Köln, Deutschland

Baujahr: 1248 – ca. 1880

Dimensionen: 152m Höhe

Abb.1 Westfassade Kölner Dom
Abb.2 Liturgisches Zentrum: Hochchor seit 1322

Obwohl Meister Gerhard, der Baumeister des Kölner Doms, keine Aufzeichnungen hinterließ, ist nach wie vor bekannt, dass er durch Frankreich reiste, wo er nicht nur von der Kathedrale von Amiens beeindruckt wurde. Deren Chor harre offensichtlich großen Einfluss auf die Architektur des Kölner Doms. Solch eine Rezeption des französisch gotischen Stils blieb im gesamten deutsche Sprachraum einmalig und wurde zur damaligen Zeit auch nicht als solche empfunden. Im  Gegenteil! Nach den Napoleonischen Kriegen wurde der Kölner Dom identitätsstiftend und galt als Inbegriff deutscher Architektur. Da die Dimensionierung und Detaillierung bis zum Letzten ausgereizt wurden, gilt er heute vielerorts als der gotischste aller gotische Dome. Das Gesamterscheinungsbild wirkt zwar französisch, nicht aber die Bautechnik- und ausführung. Nur der Chor und das Mittelschiff stammen aus dem Mittelalter und auch hier verteilt sich die Bauzeit auf mehr als ein Jahrhundert. Erst im 19. Jahrhundert wurde der Dom mit Unterstützung aus dem ganzen Reich fertiggestellt.

Vom Kölner Dom habe ich bereits viel gehört, dort war ich selbst aber noch nie und gerade deshalb hatte ich große Vorfreude auf meinen ersten Besuch – auch wenn dieser rein virtuell erfolgen würde. Dort angekommen, wurden meine Erwartungen auch nicht enttäuscht: Die Größe des Doms ist beeindruckend, kaum in Worte zu fassen, und die in den Himmel ragenden Türme wirken quasi unendlich. Das Durchschreiten des riesigen Eingangs des Doms und der erste Blick auf den Innenraum löst eine gewisse Ehrfurcht in mir aus. Mir schießen Gedanken durch den Kopf: was hat sich in und um diese Räumlichkeiten wohl schon alles abgespielt? Wer hat dieses Meisterwerk schon betreten und welches Gefühl muss es gewesen sein als er nach vielen Jahren Bauzeit zum ersten Mal in kompletter Vollendung  betreten werden konnte? Für mich war der Besuch unfassbar spannend, die Atmosphäre ist unbeschreiblich und es wundert mich kaum, dass der Kölner Dom etwa 20.000 Besucher pro Tag zählt.

Sophia Preindl

Das Betreten des Kölner Doms fühlt sich wie eine Zeitreise an. Unzählige Fackeln umringen mich und mein Team und trotzdem ist es düster. Genau so habe ich mir das Mittelalter vorgestellt, fehlt nur noch der gregorianische Choral. Schnell laufe ich nach vorne, um das Heiligtum des Domes anzuschauen. Ein riesiger Goldbrocken in einem Aquarium offenbart sich mir. Ist das der Altar? Oder die Mensa? Eine Suche im Internet ergibt: weder noch! Es handelt sich um den Dreikönigsschrein. Drei Klicks würden genügen, um herauszufinden, ob sich im Inneren wirklich Knochen befinden. Nur drei winzig kleine Klicks. Ein Hauch einer Bewegung des rechten Zeigefingers. Doch ich lass es bleiben. Zu groß ist die Angst, die Toten in Unruhe zu versetzen.

Carina Prem

Ich selbst besuche den Kölner Dom zum ersten Mal. Meine Erinnerung beschränkt sich auf ein paar wenige Bilder, welche ich in Reisebroschüren oder im Internet gesehen habe. Es ist ein wahrlich gewaltiges Bauwerk, doch den räumlichen Umfang konnte ich nie richtig ergreifen. Erst in dem Moment als ich den Platz des Doms auf meinen digitalen Füßen betrat, konnte ich spüren, wie machtvoll er wirklich ist. Ein wohl sehr markanter Punkt ist die Einwirkung des Lichtes, welches besonders bei sakraler Architektur die Erhabenheit des Bauwerkes ausmacht. Als der Tag langsam dämmerte und die Sonne hinter dem Horizont verschwand, leuchteten die Fenster des Doms auf und die Atmosphäre änderte sich von einer fast bedrückenden Gewalt zu einem Gefühl der Sicherheit und Verbundenheit. In der Grundausstattung von Minecraft ist das Licht nur in einfachster Form dargestellt, doch bestimmte Modifikationen oder die Umstellung auf Echtzeit-Raytracing-Technologie könnten einen immersiven Charakter des Lichtes ermöglichen.

Leopold Pretzel

Der erste Eindruck ist überwältigend. Wir stehen vor dem Kölner Dom, dessen Turmspitzen in die Höhe ragen, sodass wir sie nicht mehr erkennen können. Diese Höhe übertrifft das Standard-Minecraft-Auge und legt jene Spitzen in den Nebel. Die vom Minecraft-Auge erfassbare Distanz ist verstellbar von 2 bis zu 16 Chunks (in Ausnahmefällen 32 Chunks). Die Voreinstellung der Java-Edition von 12 Chunks entspricht 192 Blöcken, also 192 Metern. Ein Flug nach oben und das Abchecken der Koordinaten verrät: Der Minecraft-Dom ist 252,5 m hoch, statt 157 m wie in der Realität. Auch in Minecraft wirkt die Fassade äußerst prunkvoll. Die Maßwerke, Strebebögen und Wimperge werden, wenn auch nur mit Ecken und Kanten, statt geschwungenen Rundungen, werden mit Steinstufen, die in alle Richtungen gedreht wurden, nachgeahmt. Auch wenn einige Fialen, Strebebögen und viele Fassadendetails fehlen, bleibt die eindrucksvolle Erscheinung des Außenbildes erhalten. Auch wenn die wichtigsten architektonischen Elemente des Kölner Doms, wie der 7/12-Schluss, angedeutet werden, fehlen einige, die eine gotische Basilika ausmachen. Dazu zählen die Aufteilung der Obergaden in Triforium und Obergadenfenster, sowie die räumliche Ausarbeitung der Kapellen im Chorumgang. In Minecraft befindet sich in diesem lediglich das Reliquiar, der Dreikönigsschrein. Somit mag diese Minecraft-Map in Coronazeiten zwar für Pilger attraktiv sein, aber ohne Altar bietet sie wohl kaum Raum für die heilige Messe. Um die aufwendige und platzverbrauchende Redstonetechnik zu umgehen, befinden sich in dem Replikat keine Türen. Auch auf Heiligenstatuen wurde verzichtet. Im Gegensatz dazu befinden sich im Minecraft-Dom prunkvolle Kronleuchter, die in der Realität nicht anzutreffen sind. Zu dieser Kategorie zählen auch die französischen Gärten, rund um den Dom. Dieser Stil wurde eigentlich erst in Zeiten des Barocks gebaut. Der Bau des Kölner Doms startete jedoch schon deutlich früher. Bemerkenswert ist die Beleuchtung im Inneren. Da in Minecraft (bis jetzt) keine Reflektionen berechnet werden, ist der Innenraum trotz der großen Fenster sehr dunkel. Um dem entgegenzuwirken, behilft sich der Erschaffer mit Glowstone, den er in Mustern im Boden platziert und diesen somit zum Leuchten bringt. Zudem erhellen abertausende Fackel den Innenraum und tragen viel zur mittelalterlichen Atmosphäre bei.

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir alle äußerst beeindruckt von diesem virtuellen Ort sind. Wir konnten dadurch erkennen wie in Minecraft Rundungen angenähert werden können und wir lernten einiges über das Licht und die Sichtweite in Minecraft. Auch wenn Details von der Realität abweichen, wird die mittelalterliche und sakrale Atmosphäre sehr gut vermittelt und stößt zum Denken an.

Literatur- und Abbildungsverzeichnis

Brachmann, Christoph. WBG Architekturgeschichte. Band 1 Das Mittelalter 800 – 1500 Klöster – Kathedralen – Burgen. Sonderausgabe, 2., Unveränderte Auflage. Darmstadt: wbg Academic, 2018.

Glancey, Jonathan. Kompakt & Visuell Architektur. Dorling Kindersley Verlag, 2017.

Abb. 1: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Abb. 2: Wirginiusz Kaleta / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

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